Um Hochzeit und Ehe rankt sich seit alters her viel Aberglaube. Ob man nun daran glaubt oder nicht, so hat sich doch so manches von diesen Dingen bis in unsere Zeit gehalten und wird befolgt.
Wenn ein Mädchen wissen will, aus welcher Richtung ihr zukünftiger Bräutigam kommen wird, so sollte sie in der Weihnachtsnacht einen Schuh über ihren Kopf. Ihr Bräutigam wird aus der Richtung kommen, in die die Schuhspitze zeigt. Wenn sie nicht bis Weihnachten warten will, kann sie auch einen Besen anzünden. Aus der Richtung, in die der Rauch zieht, wird ihr Bräutigam kommen.
Ist ein Mädchen schon verlobt und zieht ihr Brautkleid schon vor der Hochzeit an – außer zum anprobieren – so kann das bedeuten, dass der Verlobte die Verlobung lösen wird. Unglück soll es bringen, wenn sich am Hochzeitstag die Brautleute vor der Trauung sehen.
Die Frage, wer in der Ehe das Sagen haben wird, ist von Aberglauben umwoben. So sagt man, dass, wenn der Mann der Frau bei der Trauung den Ring ansteckt und dieser am vorderen Teil des Fingers steckenbleibt, werde die Frau in Zukunft herrschen, dagegen werde der Mann der Herr im Hause sein, wenn der Ring bis zur Fingerwurzel gleitet. Die Frau soll die Herrschaft in der Ehe erreichen können, indem sie vor der Trauung ihre Handschuhe und ihren Kranz in den Hut des Bräutigams legt oder ihren Fuß beim Betreten des gemeinsamen Heimes als erste über die Schwelle setzen. Besonders wirksam soll sein, wenn sie dabei auch noch dreimal leise sagt „Ich bin der Wolf und du das Schaf“. Läuft sie dabei allerdings zu weit voraus, muss sie später im Haushalt alles alleine machen. Eine weitere Möglichkeit, das Sagen in der Ehe zu bekommen, ist, vor der Trauung Pimpernelle, Salz und Dill in ihren Brautschuh zu legen, während der Trauung ihren Fuß über den des Bräutigams zu halten und leise vor sich hin zu sagen „Ich trete auf Pimpernelle, Salz und Dill. Wenn ich rede, bist du still“.
Viel Streit in der Ehe soll es geben, wenn ein starker Wind aufkommt und der Schleier der Braut nach der Trauung auffliegt. Regnet es ihr gar in den Kranz, wird sie in der Ehe viel Grund zum Weinen haben. Wenn sich die Braut oder der Bräutigam nach der Trauung im Hochzeitszug um, so werden sie sich einen anderen Mann oder eine andere Frau suchen.
Das Brennen der Kerzen während der Trauung soll eine große Bedeutung haben. Erlischt eine der Kerzen, stirbt einer der Brautleute früh. Beide sterben früh, wenn an beiden Seiten des Altars die Kerzen erlöschen. Wenn die Kerzen flackern oder nicht hell brennen, wird es viel Leid in der Ehe geben.
Als Nächste heiraten wird das Mädchen, das, wenn die Braut nach der Trauung ihren Brautstrauß wirft, diesen auffängt.
Unglück soll es bringen, wenn die Brautleute zur Hochzeit ein Messer geschenkt bekommen. Man kann dieses abwenden, indem man dem Schenkenden eine Münze schenkt. Dabei sollte man auch an die Messer in den gern verschenkten Besteckkästen denken.

Februar 14th, 2011
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