Bräutigam versaufen

Das Bräutigam versaufen ist eine recht raue Sitte, die vor allem in zahlreichen Regionen im Harz begangen wird.
Einen Tag nach der kirchlichen Hochzeit wird der frisch gebackene Ehemann von seinen Freunden „entführt“. Auch wenn dieser Brauch sehr beliebt ist, lässt sich der Bräutigam meist nicht ganz so leicht einfangen.

Hat die Meute es dann geschafft, den Bräutigam zu jagen, wird er auf eine Leiter gebunden oder in einen Brühtrog gesteckt. Anschließend wird er von der ganzen Gesellschaft zu einem Gewässer getragen.

Hier erfolgt die sog „Umtaufe“, bei der er vom Junggesellen zum Ehemann umgetauft wird. Der Umgetaufte kann errettet werden, allerdings nur von seinem Eheweib. Sie muss ihren Angetrauten mit einer Sondergabe von Getränken „anloben“.

Meist sind die Beteiligten dann schon nicht mehr ganz nüchtern und gehen nun zurück ins Hochzeitshaus. Hier muss der Bräutigam neue Qualen über sich ergehen lassen.

Traditionell wird er nun mit jeder Menge Schlagsahne eingeseift und wird mit einer rostigen Sense rasiert.